Syrien - Entführte Nonnen aus Maaloula wieder frei Drucken
Montag, 10. März 2014

Heidelberg/Beirut, 10.03.2014 - Nach drei Monaten Geiselhaft kamen die von islamistischen Rebellen entführten Nonnen aus der aramäischen Christen-Enklave Maaloula gestern wieder frei.
In Begleitung von katarischen Vermittlern trafen die 13 Ordensfrauen des St. Thekla Klosters, in offensichtlich guter gesundheitlicher Verfassung, in der grenznahen libanesischen Stadt Chtaura ein, wie Kirchenvertreter und libanesische Sicherheitskreise bestätigten.

Im Dezember wurden die Nonnen von der radikalen Ahrar-al-Qalamun-Brigade verschleppt und zunächst in die umkämpfte Ortschaft Jabrud gebracht. Das UNESCO-Weltkulturerbe und die bedeutendste christliche Stätte Syriens - Maaloula - war in den vergangenen Monaten immer wieder Angriffsziel islamistischer Rebellen.

„Der positive Ausgang dieses Geiseldramas ist nach Monaten der Besorgnis eine erfreuliche Nachricht.“, zeigt sich der Vorsitzende des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir, erleichtert. „Insbesondere schöpfen die Christen in Syrien neue Hoffnung auf weitere Freilassungen ihrer Geistlichen und Würdenträger, wie die seit April 2013 entführten Erzbischöfe Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und Mor Boulos Yazigi, von denen bis heute jedes Lebenszeichen fehlt.“

Bei der brutalen Entführung am 22. April 2013 wurden der syrisch-orthodoxe Metropolit Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und sein griechisch-orthodoxer Amtskollege Boulos Yazigi nahe der Stadt Aleppo von islamistischen Rebellen verschleppt. Der Vorfall ereignete sich in einer von der oppositionellen Freien Syrischen Armee kontrollierten Region. Dabei wurde der Fahrer und Subdiakon von Bischof Ibrahim, Fatha’Allah Kabboud, ermordet. Weiterhin gibt es keine Hinweise zum Wohlergehen der Bischöfe oder zu möglichen (Lösegeld-) Forderungen der Täter. Sämtliche Bemühungen für eine Freilassung blieben bisher erfolglos.

„Die Verantwortung für die Sicherheit und Unversehrtheit der entführten Erzbischöfe liegt in erster Linie in den Händen der syrischen Opposition, die angibt, die militärische wie auch zivile Kontrolle über das Gebiet der Entführung zu haben.“, erklärt der Vorsitzende des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland, Daniyel Demir.

Die deutsche Bundesregierung ist gefordert, den politischen Druck auf die syrische Opposition deutlich zu erhöhen und die diplomatischen Anstrengungen für eine unverzügliche Freilassung der entführten Bischöfe zu intensivieren.