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Pressemitteilung zur Völkermordresolution in Frankreich PDF Drucken
Sonntag, 25. Dezember 2011

Dachverband der Aramäer in Deutschland begrüßt den französischen Entscheid: Strafbarkeit der Völkermordleugnung – Deutschland hinkt hinterher!

HEIDELBERG, 23.12.11 – Die Leugnung des Völkermordes an den Armeniern im Ersten Weltkrieg soll in Frankreich künftig strafbar sein. Die französische Nationalversammlung hat gestern einem Gesetz zugestimmt, das die Leugnung offiziell anerkannter Völkermorde unter Strafe stellt.

Daniyel Demir, Bundesvorsitzender des Dachverbands der Aramäer in Deutschland: „Das französische Parlament hat mit diesem Gesetz den richtigen Weg eingeschlagen, der noch vom Deutschen Bundestag zu gehen sein wird. Denn eine klassifizierende und unterschiedliche rechtliche Bewertung von erwiesenermaßen stattgefundenen Völkermorden kann und darf es nicht geben. Völkermord und dessen Leugnung sind in jedem Fall zu sanktionieren.“

Für die Aramäer ist eine differenziertere Auseinandersetzung mit dem verübten Genozid an den Christen im Osmanischen Reich wichtig und notwendig. Im ersten Weltkrieg wurde die indigene aramäische Bevölkerung in ihrer Heimat, dem Turabdin im Südosten der Türkei, nahezu vollständig ausgerottet. Hunderttausende Aramäer fielen dem an 3,5 Millionen Christen im Osmanischen Reich begangenen Völkermord zum Opfer.

In diesem Zusammenhang kann und darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Bundesrepublik Deutschland, angesichts der eigenen dunklen Vergangenheit, moralisch dazu verpflichtet ist, ein schonungsloses Offenlegen der historisch erwiesenen Tatsachen von der Türkei zu fordern.

Der Bundesvorstand
Föderation der Aramäer in Deutschland