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Großer Kleiner: Komödie mit Tiefgang PDF Drucken
Donnerstag, 15. Dezember 2011

Rheda-Wiedenbrück (ng) - Kleiner Mann ganz groß: Daniel Imran aus Rheda-Wiedenbrück plant einen Spielfilm über Vorurteile, ethnische Minderheiten und Rollentausch – das alles gewürzt mit einer Prise Humor und Selbstironie.

Der nur 120 Zentimeter große Sohn aramäischer Eltern schreibt das Drehbuch für den Leinwandstreifen, hält als Regisseur die Fäden in der Hand und spielt zudem die Hauptrolle. Wann für das ehrgeizige Filmprojekt die erste Klappe fällt, steht noch in den Sternen. Sicher ist, dass am morgigen Samstag an verschiedenen Stellen in der Doppelstadt einige kurze Szenen für einen so genannten Trailer gedreht werden. Mit dem etwa 45- bis 90-sekündigen Appetithappen wollen Daniel Imran und sein Mitstreiter Martin Potrykus, dessen Gütersloher Firma Pama-Design für die technische Umsetzung des Films verantwortlich zeichnet, bundesweit die Werbetrommel für das Projekt rühren.

Hoffen auf private und öffentliche Unterstützung

„Bis wir genügend Geld für die kostspielige Produktion zusammenhaben, ist es noch ein steiniger Weg“, ist sich der 27-jährige Daniel Imran sicher. Öffentliche Geldquellen wie die Filmstiftungen des Bundes und der Länder will der studierte Ägyptologe ebenso anzapfen wie private Investoren. Auch die Stadt Rheda-Wiedenbrück habe ihre Unterstützung in Aussicht gestellt.

Werbung via "Youtube"

Der bis zu anderthalb Minuten lange Trailer soll in Kürze auf kostenfreien Internet-Portalen wie „You Tube“ und „Facebook“ hochgeladen werden, Kopien des Filmmaterials will Imran zudem an Produktionsfirmen senden.

Verfolgungsjagd und Bettszene

Am Samstagmorgen dreht der junge Mann, bei dem im Kindesalter Kleinwüchsigkeit diagnostiziert wurde, zusammen mit Modell und Schauspielerin Sibel Seneker aus Löhne eine „Bettszene, die für viel Aufmerksamkeit sorgen wird“. Als Kulisse dient ein Zimmer des Hotels Marburg in Rheda. Daniel Imran, selbst Aramäer, spielt wie später im Film den kleinwüchsigen Türken Ali. Sibel Seneker, gebürtige Türkin, stellt die aramäischstämmige Christina dar. Zu allem Überfluss ist Filmheld Ali gar nicht er selbst: In seinem Körper steckt die Seele seines deutschen Freundes Hans – für Verwirrung und komische Situationen ist also gesorgt. „Hans ist der Prototyp eines Ariers: Groß gewachsen, blonde Haare, blaue Augen“, erklärt Drehbuchautor und Hauptdarsteller Daniel Imran. „Durch den nicht ganz freiwilligen Körpertausch wird Ali zu Hans und umgekehrt Hans zu Ali.“

Mit Vorurteilen aufräumen

Mit Vorurteilen und Klischees spielt Daniel Imran in seinem Film „Der große Kleine“ ganz bewusst. „Wir wollen den Blick für die jeweils andere Seite öffnen“, sagt er und meint damit nicht nur das Konfliktpotenzial zwischen Deutschen und Ausländern, sondern auch das nicht immer einfache Zusammenleben zwischen den mehrheitlich muslimischen Türken und den überwiegend christlich geprägten Aramäern im Heimatland seiner Eltern am Bosporus. Mit Missverständnissen aufzuräumen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, sei das Ziel seines Films, der eine „Komödie mit Tiefgang“ werden soll.

Quelle: Die Glocke