baner
Sie sind hier:   Start Newsarchiv Gemeinsame Botschaft an die Aramäer zu den Anschlägen im Irak
Gemeinsame Botschaft an die Aramäer zu den Anschlägen im Irak PDF Drucken
Samstag, 13. November 2010

5. November 2010 - New York, USA – Die Syriac Universal Alliance (SUA), die anerkannte NGO bei den Vereinten Nationen, welche die Rechte der Aramäer vertritt, bekundet ihr tiefstes Mitgefühl für die Familien der Opfer des blutigen Massakers vom 31. Oktober 2010 an den Aramäern in der Syrisch-Katholischen Kirche im Irak.

Gemeinsam mit unserem Volk trauern wir über den Tod unserer Märtyrer im Irak und verurteilen die wachsende Gewalt gegen Christen im Namen des Islams. Die entsetzliche Tat vom 31. Oktober 2010 ist nichts anderes als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Es ist vollkommen inakzeptabel und unfassbar, dass die Aramäer weiterhin zur Zielscheibe von brutaler Gewalt werden.

Die christlich-aramäischen Gemeinschaften, dazu zählen die Chaldäer, die Syrisch-Orthodoxen, die Nestorianer (manchmal Assyrer genannt) und die Syrisch-Katholischen,1 sind entrüstet und haben sich weltweit mobilisiert. Die SUA und ihre Mitglieds-Föderationen bitten das aramäische Volk seine Wut in effektive Unterstützung für das Allgemeinwohl unseres Volkes umzuwandeln.

Wir müssen uns darauf besinnen, dass wir ein großes Volk mit einer traditionsreichen und langen Geschichte sind. Wir haben mehrere Versuche von Massenmorden gegen uns in der Vergangenheit überlebt. Unser großes Volk hat immer einen Weg gefunden zu überleben, auch während und nach großer Not zu gedeihen und zu wachsen. Dasselbe werden wir auch heute und in Zukunft tun.

Die SUA und ihre Mitglieds-Föderationen haben konsequent und effektiv gegen die Menschenrechtsverstöße an den Aramäern in der Türkei gekämpft. Eine der zahlreichen historischen Meilensteine ist die Resolution 1704, die von der Generalversammlung des Europarats verabschiedet wurde. Besonders in den letzten Jahren konnte die SUA erfolgreich die Interessen der Aramäer bei den Vereinten Nationen vertreten und schaffte es, ein weltweites Netzwerk mit Regierungsbeamten aufzubauen.

Als die einzige Stimme, die die Aramäer bei den Vereinten Nationen vertritt, besitzt die SUA eine privilegierte Position, die genutzt wird, um das Wohl und Recht unseres Volkes einzufordern. Wir versichern unserem Volk, dass die SUA die Situation im Irak genauestens beobachtet und die sich verschlechternde Situation im Land sehr ernst nimmt. So wie wir es mit unserer wichtigen Arbeit in Bezug auf den Tur Abdin getan haben, so werden wir auch die Situation im Irak mit derselben Professionalität, Kraft und Diplomatie behandeln.

Die SUA und ihre globalen Föderationen haben entschieden, sich ausschließlich auf Langzeit-Strategien zu fokussieren statt auf kurzläufige, emotionale Reaktionen, wie Demonstrationen und Petitionen. Obwohl wir solche Aktionen moralisch unterstützen, glauben wir fest daran, dass Langzeit-Strategien, die professionell durchgeführt werden, zu konkreten Ergebnissen führen.

Wir alle wissen dass der Irak ein extrem unbeständiges und chaotisches Land ist, mit geo-politischen sowie konfessionsgebundenen Problemen. Die Gewalt im Irak ist seit Jahrzehnten zu einem festen und anhaftenden Bestandteil der Gesellschaft geworden. Die Gewalt betrifft alle ethnischen und religiösen Gruppen. Trotzdem unterscheiden sich die christlichen Gruppen dadurch, dass sie (1) unschuldige Opfer sind anstelle von Tätern, und (2) sie von allen ethno-religiösen Gruppen im Land überproportional am meisten leiden (unabhängig davon ob es sich um Gewalt oder Massen-Exodus handelt). Die irakische Polizei und die amerikanischen Truppen sind offensichtlich nicht länger in der Lage oder gewillt, gegen diese Welle der Gewalt anzugehen.

Die indigenen, christlich-aramäischen Bewohner des Irak zählten im Jahre 2003 noch 1,5 Millionen Menschen im Land. Heute sind es nur noch ca. 600.000. Massenflucht, Einschüchterung, Bedrohungen, Vergewaltigungen, Morde, Entführungen und Zwangskonvertierungen zum Islam sind alles Teile der erschreckenden jüngsten Geschichte, die zeigt, warum die christlichen Aramäer dringend Schutz benötigen. Die Angriffe gegen unser aramäisches Volk dürfen nicht länger hingenommen werden. Aus diesem Grund wird sich die SUA um Langzeit-Lösungen bemühen und diese effektiv umsetzen.

Die SUA und die einzelnen aramäischen Dachverbände wiederholen ihre Verurteilung der Gewalt im Irak und betonen gemeinsam, dass es für die grundlegenden Menschenrechte, die Sicherheit und Würde des aramäischen Volkes im Irak kämpfen wird. Wir bitten unser Volk geduldig zu bleiben und auf die bevorstehenden Strategien und Lösungen der SUA zu vertrauen.

Gott segne das aramäische Volk.
 

 

Johny Messo                                                            Daniyel Demir
President                                                                   Bundesvorsitzender
Syriac Universal Alliance                                       Föderation der Aramäer in Deutschland

 

Syriac Universal Alliance und ihre Mitglieds-Föderationen:
            Syriac Federation of Sweden
            Aramean (Syriac) Federation of Germany
            Aramean (Syriac) Federation of Holland
            Aramean (Syriac) Federation of Switzerland
            Aramean Federation of Belgium
            Syriac Association of Vienna, Austria
            Aramaic Association of America (New York & California)
            Aramean Association of the United Kingdom
            Syriac Association of Australia